23. Iseltaler Hackbrettlertreffen am 29.09.2019 in Ainet

„Eingefleischte“ wissen, dass es in den ungeraden Kalenderjahren am letzten Sonntag im September stattfindet: das Iseltaler Hackbrettlertreffen.

Gegründet wurde die Veranstaltung bereits 1975 von Florian Pedarnig, um jenen Hackbrettlern, die bei keiner Gruppe mitspielen, die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam zu musizieren. Ein weiteres Ziel war und ist es, das Instrument bekannter zu machen. Früher wurde das Osttiroler Hackbrett, wie der Name bereits verrät, fast ausschließlich in Osttirol gespielt. Heute ist es bis weit über die Landesgrenzen hinaus ein beliebtes Begleitinstrument in Tanzmusikgruppen verschiedenster Besetzungen.

Heuer waren um die 20 Hackbrettler aus Ost-, Nord-, und Südtirol, Kärnten, der Steiermark und Bayern, sowie zahlreiche Zuhörer zum Hackbrettlertreffen angereist. Es spricht für die Einzigartigkeit und Beliebtheit der Veranstaltung, wenn man bedenkt, welch weite Wege und Strapazen einige Teilnehmer dafür auf sich nehmen. Das Instrument spricht jedes Alter an – von den ganz Jungen im Volksschulalter bis hin zu den Senioren war jede Altersklasse vertreten.

Die beiden Musikgruppen „Hie & Do Musik“ und „ThuLie“ spielten jede Menge schmissige Landler, Märsche, Boarische und Polkas, zu denen die Hauptakteure mit großer Freude und Begeisterung in die Saiten hämmern konnten. Vorstellen muss man sich das so: Das jeweilige Stück und seine Tonart wird von der Musikgruppe angesagt, dann wird aufgespielt und alle „Brettler“ spielen mit. Eine rauschende Klangwolke entsteht, die man nirgends sonst zu hören bekommt. Das kann man niemandem beschreiben, der es nicht schon einmal selbst gehört hat. Es ist ganz etwas Eigenes, … etwas Besonderes. Mit dem Stück „Dem Peter zur Ehr“ von Florian Pedarnig wurde der bereits verstorbenen Hackbrettbauer und Hackbrettspieler gedacht.

Peter Margreiter, der Obmann des Tiroler Volksmusikvereins, führte sehr erfrischend, publikumsnah und mit interessanten Geschichten rund ums Hackbrett durch den Nachmittag. Zwischendurch suchte er immer wieder das persönliche Gespräch mit einzelnen Hackbrettlern und Musikanten, wodurch man die eine oder andere Anekdote aus dem Musikantenleben erfuhr oder auch, wie so mancher ausgerechnet zum Osttiroler Hackbrett als Instrument gekommen ist.

Im Rahmen des Treffens präsentierte Martin Weger aus Oberlienz, der sich besonders dem Solospiel widmet und bereits viele Stücke dafür komponiert hat, sein neues Notenheft „Solostücke für das diatonische Hackbrett“. Zur Freude aller spielte er zwei Stücke daraus selbst am Instrument in seiner unverwechselbaren, musikantischen Spielweise vor, begleitet von Gernot Niederfrininger (Obmann des Südtiroler Volksmusikkreises) an der Harfe und Stefan Pedarnig (Neffe von Gründer Florian Pedarnig) am Kontrabass. Zu späterer Stunde, als es etwas ruhiger wurde, trauten sich dann auch noch andere, ein Solostück zum Besten zu geben. Das Solospiel, auch wenn es um einiges schwieriger ist als das Begleiten, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Eine sehr positive Entwicklung, denn am Melodiespiel sieht man erst, was mit einem „Brettl“ alles möglich ist.

Es war ein gelungener, kurzweiliger Nachmittag, der einmal mehr bewies, dass Volksmusik verbindet, denn sie hält sich nicht an räumliche oder kulturelle Grenzen und Altersklassen. Die Arbeitsgruppe Osttirol des Tiroler Volksmusikvereins, die für die Organisation verantwortlich war, bedankt sich bei der Gemeinde Ainet, allen Sponsoren und bei jeder helfenden Hand, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hat.

Sandra Bachlechner

Alte und junge, einheimische und auswärtige Hackbrettspieler musizieren gemeinsam

Gernot Niederfrininger, Martin Weger und Stefan Pedarnig gaben zwei Stücke aus dem neuen Notenheft zum Besten.

Für Hackbrettler-Nachwuchs ist gesorgt.

Volksmusik begeistert Alt und Jung.